Digitale Führungskompetenz stärken: Tipps

Die Welt wird immer digitaler. Für Führungskräfte heißt das, dass sich auch ihr Aufgabengebiet verändert. Zum Glück muss man für diese Aufgaben keine Programmierkenntnisse haben. Worauf es als Führungskraft im digitalen Zeitalter ankommt, erfährst du in diesem Beitrag.

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Warum muss sich Unternehmensführung im digitalen Zeitalter verändern?

Eine digitale Welt ist keine mehr, in der sich alles lokal abspielt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können an einem Projekt gemeinsam arbeiten, ohne sich am selben Ort zu befinden. Führungskräfte, die gewohnt sind, ihr Team an der kurzen Leine zu führen, müssen lernen, auf deren Loyalität, Integrität und Kompetenz zu vertrauen. Einem Teammitglied, das primär von zuhause aus arbeitet, kann man nicht ständig über die Schulter blicken. Und das sollte man auch nicht. Vielmehr heißt es, stärker mit anderen Führungskräften zu kooperieren und die Arbeit des Teams digital zu koordinieren.

Da die moderne Welt zudem immer mehr Spezialwissen voraussetzt, kann eine Führungskraft ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern keine Lösungswege bei Herausforderungen mehr vorgeben. Schließlich hat sie ihren einzelnen Teammitgliedern gegenüber nur selten einen Wissensvorsprung. Wer führt, muss also auch darauf vertrauen, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter seine Aufgaben selbstständig meistert.

Fähigkeiten erfolgreicher Führungskräfte im digitalen Zeitalter

Da sich die Mitglieder eines Teams in Zukunft immer seltener an einem Ort befinden, muss die Führungskraft lernen, ein komplexes Netzwerk zu führen. Dazu braucht es eine Haltung, die sich durch eine hohe Wertschätzung jedes einzelnen Teammitglieds auszeichnet. Durch das geforderte Spezialwissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt es an der Führungskraft, diese oft unterschiedlichen Pole zusammenzubringen. So arbeiten Digital Natives mit Digital Immigrants zusammen und Menschen aus Europa mit Menschen aus Asien oder Amerika. Das kann zu Spannungen führen, die durch unterschiedliche Herkunft und Arbeitsbereiche bedingt sind. All diese Personen gilt es zusammenzuhalten, damit sie an einem Strang ziehen können. Die Führungskraft muss sich also als Emotional Leader verstehen, der das Team zur gemeinsamen Erreichung gesetzter Ziele motiviert.

Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte heutzutage?

Das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ) hat drei Kompetenzen ermittelt, die Personen in Unternehmen mitbringen sollten, um eine gute Führungskraft im digitalen Zeitalter zu sein:

  1. Die Persönlichkeitsintelligenz: Damit versteht man das eigene Selbstverständnis. Dieses muss sich bei einer guten Führungskraft dadurch auszeichnen, dass sie sich als lernender Mensch versteht, der regelmäßig sein eigenes Verhalten und seine Wirkung auf andere Menschen hinterfragt. Wer einen hohen Grad an Persönlichkeitsintelligenz aufweist, zeichnet sich durch Neugier und die Bereitschaft zur Veränderung aus.
  2. Die Beziehungsintelligenz: Damit ist die Fähigkeit gemeint, die ein Mensch zum Auf- und Ausbau tragfähiger zwischenmenschlicher Beziehungen braucht. Von zentraler Bedeutung sind hier ein hohes Maß an Empathie sowie ein wertschätzender Umgang mit den Bedürfnissen, Wünschen und Interessen anderer.
  3. Die Digitalintelligenz: Darunter versteht man eine Vision, die zeigt, wohin der gemeinsame Weg führen soll, und ein Bewusstsein dafür, dass die Digitalisierung und der damit einhergehende technische Fortschritt neue Problemlösungen ermöglicht. Die Digitalintelligenz setzt ein interdisziplinäres Denken voraus sowie eine gegebene Digitalkompetenz.

Was bedeutet Digital Leadership?

Digital Leadership – auch Leadership 4.0 genannt – ist eine neue Art der Führung, die den digitalen Wandel in einem Unternehmen begleitet und vorantreibt. Ihr Ziel ist es, althergebrachte Unternehmensprozesse agiler und flexibler zu gestalten, um so in der schnelllebigen Welt nicht den Anschluss zu verpassen. Als Digital Leader musst du mit gutem Beispiel vorangehen und folgende digitale Führungskompetenzen aufweisen:

  • Affinität zu digitalen Technologien
  • partizipativer Führungsstil
  • breites Know-how im Bereich digitaler Tools
  • Einnahme einer Vorbildfunktion in Sachen Digitalisierung
  • Entwicklung einer digitalen Kultur im Unternehmen

Warum ist digitale Führungskompetenz für Führungskräfte so wichtig?

Die digitale Transformation der Welt – und somit auch des Arbeitsalltags – schreitet voran. Das stellt bestehende Führungsmodelle vor eine große Herausforderung. Es braucht somit Führungskräfte mit digitalen Kompetenzen, die diesen Entwicklungen gewachsen sind:

  1. Innovationsdruck: Neue Technologien entwickeln sich rasend schnell, darauf müssen Unternehmen mit ihren Produkten eingehen können. Das erhöht in vielen Arbeitsbereichen den Innovations- und Veränderungsdruck enorm.
  2. Wettbewerb: Der Markt wird immer schneller und globaler. Der Konkurrent ist nur einen Klick entfernt und große Player setzen sich immer mehr durch. Um nicht vom Markt verdrängt zu werden, braucht es Visionäre mit digitalen Führungskompetenzen.
  3. Dezentralisierung: Die Wertschöpfung wird im digitalen Zeitalter dezentralisiert und viele Prozesse können durch digitale Tools vom Kunden selbst durchgeführt werden.
  4. Wissensvorsprung: Es werden mehr und mehr Daten gesammelt, die dazu genutzt werden, um den Kundinnen und Kunden eine maßgeschneiderte Auswahl und besseren Service zur Verfügung zu stellen.
  5. Interne Kommunikation: Durch neue flexible Arbeitsmodelle verändert sich die Kommunikation im Unternehmen.
  6. Fluktuation: Nicht nur der Produktmarkt wird schneller, sondern auch der Arbeitsmarkt. Wer gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten will, muss die digitalen Führungskompetenzen im Unternehmen stärken.

Wie kann man digitale Führungskompetenz stärken bzw. erlernen?

Fach- und Branchenkenntnisse sind in der digitalen Führung unumgänglich. Diese kann und muss man sich aneignen, schließlich sind sie für die Rolle des Digital Leader die Grundvoraussetzung. Zudem ist eine wichtige Anforderung an Führungskräfte im digitalen Zeitalter die, dass sie immer auf dem neuesten Stand in Sachen Innovation sind. Eine digitale Führungskraft muss für das Thema ‚Digital‘ brennen – egal ob beruflich oder privat. Fachberichte zu lesen, Tools auszuprobieren und sich für Technologien wie Cloud Computing, Big Data, E-Commerce und Künstliche Intelligenz zu interessieren, gehört zum Rollenbild genauso dazu wie ein guter Umgang mit Menschen.

Was sind die Herausforderungen beim Erlernen digitaler Führungskompetenzen?

Ein Digital Leader muss nicht nur eine digitale Führungskompetenz aufweisen, sondern sich neben seiner eigenen Weiterbildung auch um die seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern. Da die digitale Welt eine schnelllebige ist, kann man auch schnell den Anschluss verlieren. Wichtig ist daher, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben und sein eigenes Wissen mit dem Team zu teilen. Passende externe Workshops zu bestimmten Themen können hier zusätzlich eine gute Unterstützung bieten.

Digitale Führungskompetenz stärken: 5 Tipps

Es gibt ein paar Kniffe, die Führungskräfte dabei helfen, ihre digitalen Führungskompetenzen im Arbeitsalltag zu stärken. In der digitalen Welt zu führen, heißt schließlich auch empathisch zu führen – sprich auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuzugehen, wichtige Bindungen zu erzeugen und im zunehmend virtuellen Arbeitsalltag den Zusammenhalt zu fördern. Folgende 5 Tipps helfen dir dabei:

1. Kamera einschalten: Bei virtuellen Meetings wird gerne auf die Kamera verzichtet. Gerade bei vertraulichen oder persönlichen Gesprächen ist es jedoch sehr wichtig, sein Gegenüber zu sehen. Nur so kann man Emotionen wahrnehmen und den anderen Gesprächsteilnehmern auf einer persönlichen Ebene begegnen. Das gilt auch für virtuelle Gespräche, deshalb ist es sehr wichtig, auch in Zoom-, Teams- oder Google-Meetings die Kamera einzuschalten.

2. Der wahre Hintergrund: Man zeigt sich in einem virtuellen Meeting nicht gerne und sein Home Office noch viel weniger – deshalb wird oft auf künstliche Hintergründe gesetzt. Diese Praxis hat jedoch einen großen Nachteil: Sobald man sich zu schnell bewegt, weil man beispielsweise Emotionen transportieren will, verschwindet man kurzzeitig aus dem Bild. Das stört jedes Gespräch. Zudem lässt sich über reale, persönliche Hintergründe auch viel mehr vermitteln und das Gespräch beginnt auf einer viel besseren Vertrauensbasis. Achte darauf, dass dein Hintergrund aufgeräumt und neutral ist. Er soll nicht ablenken, deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jedoch einen kleinen Einblick gewähren.

3. Hände hoch: Der Mensch kommuniziert mit den Händen – in virtuellen Meetings sind sie aufgrund des Bildausschnittes aber oft nicht zu sehen. Wähle deinen Bildausschnitt daher so, dass nicht nur dein Gesicht, sondern dein gesamter Oberkörper zu sehen ist. So kannst du besser kommunizieren und zeigst deinem Gegenüber, dass ihm deine Aufmerksamkeit uneingeschränkt gehört. Wie? Wer seine Hände zeigt, hat kein Telefon in der Hand und beantwortet während des Meetings auch keine E-Mails.

4. Gruppenmeetings: Als Führungskraft ist es wichtig, dass du deinem Team auch Räume zur Verfügung stellst, in denen sie sich ohne dich austauschen können. So können sie in Ruhe Themenvorschläge vorbereiten oder bestimmte Dinge diskutieren. Dazu eignen sich Online-Gruppenräume sehr gut.

5. Zeit: Kein Meeting soll direkt aufs nächste folgen – weder in der realen Welt noch in der virtuellen. Plane zwischen Meetings mindestens einen zeitlichen Puffer von 15 Minuten ein. So kannst du eventuelle vorhandene negative Emotionen loswerden, bevor du mit diesen deine nächste Besprechung belastest. Jedes Teammitglied hat es verdient, dass du als Führungskraft positiv gestimmt in das Meeting startest.

Führungskompetenzen ausbauen und stärken mit Mindful Leadership

Du willst in deinem Unternehmen die Rolle der digitalen Führungskraft einnehmen oder hast diese Position schon inne? Dann kann dich ein Seminar am Mindlead Institut (ehemaliges Mindful Leadership Institut) dabei unterstützen, deine Führungskompetenzen weiter auszubauen. Im Co-Resolve Seminar stärkst du unter Anleitung international anerkannter Trainerinnen und Trainer deine bereits vorhandenen Führungskompetenzen und baust deine Moderationsfähigkeiten weiter aus. Im Mindful Leadership Workshop lernst du, wie du innerlich zur Ruhe kommst und die Leistungsfähigkeit, die Arbeitsqualität und die Zufriedenheit deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigerst. Zudem kannst du dich am Mindlead Institut zu einer Achtsamkeitstrainerin bzw. einem Achtsamkeitstrainer im Führungskontext oder zu einer zertifizierten Beraterin bzw. einem zertifizierten Berater für Achtsamkeit in Organisationen ausbilden lassen.

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