Was ist der Unterschied zwischen Meditation und Achtsamkeit?

Immer mehr Menschen nehmen sich vor, mehr zu meditieren oder ihren Alltag achtsamer zu gestalten. Aber was ist damit eigentlich gemeint? Was ist der Unterschied zwischen Meditation und Achtsamkeit? Meine diese Begriffe im Grunde nicht das Gleiche? Nein. Auch wenn sie häufig synonym verwendet werden und auch eng miteinander verbunden sind, so ist das, was sich dahinter verbirgt, doch sehr verschieden. Was der Unterschied zwischen Meditation und Achtsamkeit ist, erklären wir dir in diesem Beitrag.

Was ist Meditation? 

Der Begriff ‚Meditation‘ umfasst verschiedene Techniken, die den Geist beruhigen, die Konzentration steigern und eine innere Ausgeglichenheit herstellen. Dabei gibt es unzählige Arten von Meditation – neben der allgemein bekannten Sitzmediation, setzen auch immer mehr Menschen auf eine Gehmeditation oder pflegen eine spirituelle Art der Meditation wie das Mantra-Singen oder transzendentale Techniken. Obwohl die Meditationsformen sehr unterschiedlich sein können, so haben sie alle doch eines gemeinsam: Sie lehren eine Art Konzentrationsschulung, bei der man sich auf Gefühle, Gedanken, den Körper, ein Bild oder ein Mantra konzentriert.

Was ist Achtsamkeit? 

Genau das unterscheidet die Meditation von der Achtsamkeit, den letztere erzeugt einen Zustand, bei dem man vollkommen im Hier und Jetzt ankommt und die Aufmerksamkeit auf das lenkt, was im Augenblick geschieht. Dabei ist es völlig unerheblich, was genau man gerade macht, denn achtsam kann man in jeder Lebenssituation sein. Wer seinen Alltag achtsam begeht, hat gelernt, den Moment nicht zu bewerten und die eigene Umwelt so intensiver wahrzunehmen. Dieses wertfreie Ankommen im Hier und Jetzt lässt dich dein Verhalten, deine Gewohnheiten, deine Gedanken und Gefühle erkennen.

Jon Kabat-Zinn, ein emeritierter Professor an der University of Massachusetts Medical School in Worcester, hat durch sein MBSR-Training den Ansatz der Achtsamkeit der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und definiert sie wie folgt: „Achtsamkeit bedeutet, sich dem unmittelbaren Augenblick mit einer nicht wertenden annehmenden Haltung zuzuwenden, dem, was wir gerade tun, ohne in Grübeleien, Erinnerungen oder Zukunftsplanungen gefangen zu sein. Man ist einverstanden mit dem, was gerade ist, unabhängig davon, ob eine Situation angenehm oder unangenehm ist.“

Was Meditation und Achtsamkeit gemein haben, ist deren Ursprung im Hinduismus und Buddhismus – und das bereits vor tausenden von Jahren. In den 1970er Jahren entwickelte Jon Kabat-Zinn sein heute weltweit etabliertes Programm der Mindfulness-Based Stress Reduction – kurz MBSR. Dieser Achtsamkeitsansatz dient der Stressbewältigung, in dem Aufmerksamkeit bewusst gelenkt und erweiterte Achtsamkeit eingeübt wird. MBSR verbindet Konzepte der modernen Stressforschung und der kognitiven Verhaltenstherapie mit Hatha Yoga und Meditation. 

Was ist der Unterschied zwischen Meditation und Achtsamkeit? 

Um achtsam zu sein, braucht es kein Ritual, keine Musik, keine Anleitung. Es braucht keine ruhige Umgebung und keinen Zeitrahmen. Achtsamkeit kann man jederzeit und überall erleben. Und genau das unterscheidet sie wesentlich von der Meditation, denn diese ist systematisch und formell. Wer meditiert, geht einer bestimmten Technik nach und verfolgt dabei ein genaues Ziel. Welche Technik angewendet und welches Ziel erreicht werden soll, ist von Meditation zu Meditation unterschiedlich. Meditationsarten können sein:

Im Vergleich zur Achtsamkeit kann mit dem Begriff ‚Meditation‘ eine Vielzahl an Übungen und Ansätzen gemeint sein. Die Achtsamkeit spielt in diesen eine wesentliche Rolle, ist aber nur sehr selten das alleinige Ziel.

Was versteht man unter Achtsamkeitsmeditation? 

Ist das Ziel einer Meditation, die Fähigkeit der Achtsamkeit zu entwickeln, so handelt es sich um eine Achtsamkeitsmeditation. Sie lehrt dich, alle deine Gedanken willkommen zu heißen, ohne einen Gedanken gegenüber einem anderen zu bevorzugen. Das gelingt dir, indem du einen Standpunkt jenseits deiner Gedanken einnimmst. Aus dieser Position heraus identifizierst du dich nicht mehr mit ihnen und lernst, alle auftauchenden Erfahrungen einfach nur zu betrachten. 

Formen der Achtsamkeitsmeditation finden sich in allen spirituellen Traditionen. So ist sie zum Beispiel Teil des buddhistischen Vipassana oder im Yoga unter dem Namen Sakshi Bhav bekannt. Auch Jon Kabat-Zinns Meditations- und Achtsamkeitstraining MBSR ist darunter einzuordnen.

Was bringt eine Achtsamkeitsmeditation? 

Wer einer Form vom Achtsamkeitsmeditation nachgeht, entwickelt damit drei Fähigkeiten weiter:

  1. Gleichmut
    Unter Gleichmut versteht man eine Geisteshaltung, in der weder etwas bevorzugt noch abgelehnt wird. Es ist dabei völlig unerheblich, ob es sich um eine angenehme oder unangenehme Erfahrung handelt. Wer gleichmütig ist, begrüßt jede Erfahrung gleichermaßen und hat gelernt, sie zu akzeptieren. Sie ist somit das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit, Nervosität und Stress.
  2. Klarheit
    Wer klar ist, hat gelernt, die eigenen Erfahrungen bewusst wahrzunehmen und so kleine Details, die sich oft unserer Wahrnehmung entziehen, in den Vordergrund zu rücken.
  3. Konzentration
    Konzentriert zu sein heißt, die eigene Aufmerksamkeit bewusst auf etwas richten zu können und diesen Fokus so lange halten zu können, wie man will. Der Geist schweift nicht ab, vielmehr hat man gelernt, die Aufmerksamkeit auf einen ganz kleinen Punkt eingrenzen und den Rest ausblenden zu können. Hier gehen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit Hand in Hand.

Die feinen Nuancen zwischen Meditation und Achtsamkeit

Meditation und Achtsamkeit sind eng miteinander verbunden, schließlich bedingt das eine in gewisser Art und Weise auch das andere. Dass die beiden Begriffe synonym verwendet werden, kommt daher nicht von ungefähr. Abschließen lässt sich jedoch folgendes zusammenfassend festhalten:

  1. Meditation ist ein Überbegriff für eine Vielzahl an Konzentrationstechniken. Diese haben gemein, dass man sich bewusst auf ein bestimmtes Objekt fokussiert. Was das Objekt ist, ist dabei unerheblich. Wichtig ist, dass der Geist beruhigt und die Konzentration gesteigert wird.
  2. Die Achtsamkeit hingegen ist eine Wahrnehmungstechnik, die dabei hilft, den Augenblick bewusst wahrzunehmen. Sie kann immer und überall praktiziert werden und braucht im Gegensatz zur Meditation kein bestimmtes Setting und keinen festgelegten Ablauf.
  3. Die Achtsamkeitsmeditation ist eine Art der Meditation, bei der Konzentration, Klarheit und Gleichmut geschult werden. 

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Obwohl das Achtsamkeitstraining keinen Ablauf und kein bestimmtes Setting braucht, ist es schwer, ohne Anleitung achtsame Momente im Alltag zu schaffen. Und das ist schade, denn vor allem als Führungskraft kannst du von einem Achtsamkeitstraining profitieren. Wir, das Mindlead Institut mit Standorten in Wien, Berlin, Salzburg, Hamburg, Stuttgart, und Zürich, bieten dir eine Vielzahl an Seminaren und Workshops an, die dir dabei helfen, deinen beruflichen wie auch privaten Alltag achtsam zu gehen. In unserem Resilienz- und Achtsamkeitsseminar lernst du von weltweit anerkannten Expertinnen und Experten, deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achtsam zu führen und an den dir gestellten Herausforderungen zu wachsen. 

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