Resilienz aufbauen: Gestärkt durch den Führungsalltag

Der moderne Alltag ist stressig. Ständig wird man gefordert und es fällt zunehmend schwerer abzuschalten. Das Handy klingelt, ein Meeting muss vorbereitet werden und im Posteingang stauen sich die E-Mails – was vielen Menschen die Schweißperlen auf die Stirn treibt, können andere leichter bewältigen. Und das scheinbar spielend leicht und ganz, ohne aus der Balance zu geraten oder jemals die Fassung zu verlieren. Sie wirken weder müde oder gestresst noch scheint ihre Gesundheit unter der Dauerbelastung zu leiden. Woran liegt das? An ihrer hohen Resilienz. Diese ermöglicht es ihnen, mit Herausforderungen und Problemen souveräner umzugehen.

Was ist Resilienz?

Resilienz ist die Fähigkeit, durch eine besondere Kraft der Psyche Belastungen auszuhalten. Wer resilient ist, der lässt sich durch Schicksalsschläge nicht so einfach aus der Bahn werfen, sondern kann diese schneller als andere verarbeiten und so wieder auf die Beine kommen. Das ist die kurze Erklärung. Die Antwort der Wissenschaft auf die Frage, was Resilienz ist, ist hingegen um einiges komplizierter und auch noch nicht abgeschlossen: Für die Wissenschaft ist Resilienz keine innere besondere Kraft, sondern vielmehr ein komplexer psychischer Mechanismus, der sich aus ganz vielen verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Manche davon sind bekannt, andere noch nicht. So lautet die wissenschaftliche Definition: Resilienz ist die Fähigkeit, die eigene psychische Gesundheit während verschiedenster schwieriger Phasen aufrechtzuerhalten oder danach schnell wiederherzustellen.

Warum braucht man Resilienz?

Resilienz ist für jeden Menschen wichtig, um die eigene psychische Widerstandsfähigkeit zu bewahren. Für Führungskräfte, die beruflich einem sehr hohen Druck ausgesetzt sind, ist sie besonders wichtig. Und zwar aus den folgenden zwei Gründen:

  1. Sie ist die Grundlage für ein gesundes und ausgeglichenes Leben in einer erfolgsorientierten Welt.
  2. Sie ist die Meta-Kompetenz für einen schnellen Zugriff auf alle wichtigen psychischen Ressourcen in stressigen Phasen des Arbeitsalltags.

Warum sollte man Resilienz stärken?

Nicht nur die körperliche Gesundheit ist wichtig, um ein gutes Leben führen zu können – auch die psychische. Das seelische Immunsystem wird vielmals jedoch sträflich vernachlässigt. Resilienz ist die innere Kraft, die es ermöglicht, beides gebührend zu pflegen und zu schützen. Sie hilft dabei, mit Achtsamkeit die Rückmeldungen des eigenen Körpers und der Psyche wahrzunehmen und auf negative Faktoren schneller und gezielter reagieren zu können. Resilienz ist dazu da, ein gesundes Verhalten gegenüber Stress zu bewahren und zu pflegen. Sie ist sozusagen ein mächtiger Schutzschild gegen schädigende Einflüsse, die durch Stress im privaten sowie beruflichen Alltag verursacht werden. Diese Fähigkeit ist für jeden Menschen in jeder Phase seines Lebens hilfreich und wichtig.

Wie hilft gestärkte Resilienz gegen Stress im Alltag?

Resilienz ist zum Teil angeboren. Die gute Nachricht ist jedoch, dass man sie trainieren kann. Zu diesem Ergebnis kam auch eine Gemeinschaftsstudie der Universitäten Münster, Mainz und Leipzig. Im Zuge dieser Studie wurde festgestellt, dass unsere Persönlichkeit wandelbarer ist als angenommen und Resilienzfaktoren, die der Stressbewältigung dienen, trainierbar sind. Zum Beispiel durch:

  1. Selbstreflexion: Diese hilft im stressigen Alltag dabei, sich mit vergangenen Krisen auseinanderzusetzen und sich darüber klar zu werden, dass man auch diese erfolgreich gemeistert hat. Egal ob aus eigener Kraft oder mit Hilfe anderer: Man bringt die besten Voraussetzungen, um auch weitere Herausforderungen erfolgreich zu meistern, bereits mit.
  2. Verarbeitung: Dieser Resilienzfaktor lehrt, konstruktiv mit Krisen umzugehen. Ob in einem Gespräch mit Freunden oder durch das Schreiben in ein Tagebuch – entscheidend ist, sich über die eigene Gefühlswelt und die eigenen Denkmuster klar zu werden.
  3. Denkweise: Resilienz ist eine Entscheidungssache. Schon allein die Überzeugung, dass man Resilienzfaktoren besitzt, hilft bei der Krisenbewältigung. Das passiert nicht über Nacht, aber bereits der geänderte Denkprozess, wirkt sich positiv auf den Arbeitsalltag aus.

Was sind die 7 Säulen der Resilienz?

Zu den bereits genannten wichtigen Resilienzfaktoren gehören auch sieben Charaktereigenschaften, die Menschen dabei helfen, stressige Phasen und Krisensituationen erfolgreich zu bewältigen. Zusammen bilden sie die sogenannten 7 Säulen der Resilienz. Zu ihnen gehören:

1. Selbstbewusstsein: Menschen, die resilient ihren Alltag bestreiten, glauben an sich – und das macht sie mental stark. Ihr unerschütterliches Selbstvertrauen hilft ihnen dabei, sich jeder Herausforderung zu stellen und nicht an ihr zu verzweifeln.

2. Kontaktfreude: Resiliente Menschen gehen nicht allein durchs Leben – sie suchen sich in schwierigen Phasen aktiv Hilfe und Unterstützer. Sie bauen langanhaltende Beziehungen auf und verfügen so über ein starkes Auffangnetz in Krisenzeiten.

3. Gefühlsstabilität: Wer resilient ist, kann seine Emotionen bewusst wahrnehmen und seine Aufmerksamkeit auf diese lenken. So erlebt man beruflichen und privaten Druck nicht mehr als überwältigende Belastung.

4. Optimismus: Optimismus ist für Raffael Kalisch, Neurowissenschaftler und Mitbegründer des Deutschen Resilienz Zentrums, die tragende Säule der Resilienz. Optimistische Menschen verzagen nicht, sondern blicken mit Zuversicht in die Zukunft. So wird eine akute Krise erst gar kein Ballast, das die Psyche dauerhaft belastet, sondern bleibt ein zeitlich begrenztes Ereignis.

5. Handlungskontrolle: Wer resilient ist, hat gelernt, seine Gefühle zu regulieren. Sie bzw. er reagiert nicht mehr impulsiv, sondern vielmehr überlegt, kontrolliert und reflektiert.

6. Realismus: Resilienz bedeutet auch, sich realistische Ziele zu setzen. Wer das tut, den können temporäre Probleme nicht so schnell aus der Bahn werfen. Auch die Forschung hat festgestellt, dass resiliente Menschen eine Krise realistisch betrachten und dadurch konstruktiver als andere mit ihr umgehen.

7. Analysestärke: Wer resilient ist, ist auch im Denken und Handeln flexibler. Schließlich hat sie bzw. er gelernt, die Ursachen eines negativen Ereignisses zu identifizieren und die Perspektive darauf zu wechseln.

Wie kann man seine Resilienz stärken?

Jeder Mensch kann seine Resilienz in jeder Lebensphase stärken. Um das zu tun, kannst du an folgenden acht Resilienzbausteinen arbeiten: Verantwortungsbewusstsein, Akzeptanz,
Zukunftsorientierung, Lösungsorientierung, Optimismus, Netzwerkorientierung, Selbstwirksamkeit und Erholung. Willst du deine Resilienz nicht alleine, sondern unter fachlicher Anleitung optimieren, so empfiehlt sich für dich der Workshop Resilienz im Alltag stärken am Mindlead Institut (ehemaliges Mindful Leadership Institut). Hier zeigen wir dir, wie du deine innere Stärke und Entschlossenheit verbesserst und wie du nach stressigen Phasen schneller neue Kraft schöpfen kannst.

7 Übungen für den Arbeits- und Führungsalltag

Folgende 7 Übungen helfen dir dabei, deine Resilienz zu stärken:

1. Kraft durch Krisen
Male auf ein leeres Blatt Papier einen Zeitstrahl von deiner Geburt bis heute auf. Zeichne auf diesem die kleinen und großen Krisen deines bisherigen Lebens ein. Frage dich dabei, was dich traurig gemacht oder verunsichert und verletzt hat. War es ein menschlicher Verlust? Eine Krankheit? Mobbing in der Schule? Gehe dein gesamtes Leben durch und zeichne alles Belastende ein. Versuche nun rückblickend zu verstehen, was dir damals Kraft gegeben hat und unterteile diese stärkenden Faktoren in innere (z.B. Charakter, Handeln,…) und äußere (z.B. Freunde, Vorbilder,…). Schreibe dir alle stärkenden Aspekte auf und frage dich, wie dich diese Ereignisse stärker gemacht haben. Vielleicht erkennst du ein Erfolgsgeheimnis, auf das du in der nächsten Krise zurückgreifen kannst.

2. Entscheidungen treffen
Eine Entscheidung zu treffen, ist oft nicht so einfach. Ist es die richtige oder nicht? Wer sich zu lange fragt, erhöht den Druck auf sich selbst. Übe, schneller Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen – und das in jeder Lebenslage. Bist du beispielsweise beim Italiener und auf der Tageskarte spricht dich ein Gericht an, dann öffne das Menü erst gar nicht, sondern entscheide dich, ohne die anderen Speiseoptionen zu kennen. So lernst du, schnell und klar zu entscheiden und hörst auf, dir über die Konsequenzen deiner Entscheidungen den Kopf zu zerbrechen.

3. Ein Lächeln auf den Lippen
Wer optimistisch durch das Leben geht, der hat gelernt, in Chancen zu denken und nicht in Problemen. Optimismus kann man üben. Ein Weg dahin ist, durch die eigene Körpersprache das Positive im Leben zu aktivieren und einzuladen. Lächle, sobald du zu aufwachst. Lächle dich an, wenn du morgens vor dem Spiegel stehst und lächle, wenn dir am Weg zur Arbeit fremde Menschen begegnen. Was dir am Anfang gezwungen vorkommen wird, wird nach und nach zu etwas, das wie ganz selbstverständlich passiert. Sobald du Offenheit und Positivität ausstrahlst, wirst du merken, dass sich auch die Welt um dich herum zum Positiven verändert.

4. Ein positives Umfeld
Der Mensch ist ein soziales Wesen, versuche daher, regelmäßig Zeit mit Menschen zu verbringen, die dir am Herzen liegen und dir guttun. Verringere die Zeit, die du achtlos in den sozialen Netzwerken herumscrollst und nutze diese dazu, anderen Menschen in der realen Welt zu begegnen.

5. Ziele verfolgen
Verzichte auf endlose To-do-Listen. Die werden sowieso nie bis zum Ende des Tages abgearbeitet – und deshalb deprimieren sie nur. Setze dir liebe ein bestimmtes Ziel, das du bis zum Abend erreicht haben willst. Schiebst du ein Telefonat schon länger vor dir her oder stresst dich eine anstehende Präsentation seit Tagen? Dann nimm dir vor, das Gespräch oder die Vorbereitung auf den Termin innerhalb eines Tages zu erledigen. Hast du das getan, dann nimm dir die Zeit, um deinen Erfolg für einen Augenblick zu feiern.

6. Zeit für Pausen
Der Arbeitstag soll nicht nur aus der Abarbeitung wichtiger Tasks bestehen, sondern auch aus Pausen. Dein Körper und deine Psyche brauchen einen Moment der Entspannung, um sich konzentriert neuen Aufgaben widmen zu können. Am besten ist, du baust fixe
Pausenrituale in deinen Tagesablauf ein. Höre immer wieder in dich hinein und versuche ein Frühwarnsystem zu entwickeln: Erkenne deine Bedürfnisse, denn dein Körper sagt dir klar, was er braucht.

7. Will ich das?
Lass diesen Satz zu deinem Mantra werden. Bist du gerade gestresst oder steckst du in einer Krise und weißt nicht, wie du aus ihr herauskommst? Dann frag dich: „Will ich das?“ Diese Frage ist mächtig und kann für dich in schwierigen Momenten der Startpunkt für ein erfolgreiches Selbstcoaching sein.

Wie bleibt man im Homeoffice achtsam und resilient?

Die Forschung hat mehrfach bewiesen, dass unser Arbeitsleben davon profitiert, wenn wir von der eigenständigen Erledigung einer Aufgabe bis hin zu einer Besprechung alles mit Achtsamkeit tun. Indem wir innehalten und ein Meeting bzw. eine neue Arbeitsaufgabe mit ein paar Minuten Meditation oder Reflexion beginnen, sinkt unser Stresspegel und wir fühlen uns mehr mit unseren Aufgaben und anderen Menschen im Raum verbunden. Momente der Achtsamkeit sind auch im Homeoffice möglich, indem du

  • innehältst und bewusst wahrnimmst, worum deine Gedanken gerade kreisen.
  • deine Aufmerksamkeit auf die Menschen lenkst, die virtuell gerade bei dir sind.
  • lernst deine eigenen Agenden hintanzustellen, um in virtuellen Meetings vollkommen präsent zu sein – halte Augenkontakt, achte auf eine zustimmende Mimik und lass dich nicht durch andere Aufgaben ablenken.

Ist Resilienz erlernbar?

Ja, das ist sie. Und von einem gezielten Resilienztraining profitiert nicht nur die Führungskraft, die den Workshop absolviert, und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch das gesamte Unternehmen, das dadurch als solches widerstandsfähiger wird. Ein Resilienztraining hilft dabei, ein Bewusstsein für sich, seine Bedürfnisse und seine Ressourcen zu schaffen, um diese entsprechend weiterentwickeln zu können. Im Workshop Resilienz im Alltag stärken am Mindlead Institut vermitteln wir dir

  • wichtige Grundlagen zur Resilienz.
  • die neurobiologische Basis von Stress und Entspannung.
  • die positiven Auswirkungen von Mindfulness auf Körper und Geist.
  • wie du deine negativen Denkmuster zu positiven verändern kannst.
  • Ansätze, um Resilienz in deinen beruflichen wie auch privaten Alltag integrieren zu können.
  • einfache Übungen und Techniken für deine eigene Achtsamkeitspraxis.

Mehr Informationen zum Achtsamkeitsseminar Resilienz im Alltag stärken findest du hier:

» Zum Resilienzseminar

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