Holokratie in Unternehmen – Das Wichtigste in Kürze

Die heutige Arbeitswelt ist eine andere als noch vor 10 Jahren. Und mit ihr haben sich auch die Anforderungen geändert, die an Unternehmen gestellt werden. Firmen müssen nun flexibler sein und auf Veränderungen schnell reagieren können, um im harten Wettbewerb zu bestehen. Ein Weg zu einem agileren und flexibleren Arbeiten kann die Holokratie sein. Sie verspricht das Ende starrer Hierarchien, festgesetzter Machtverhältnisse und herrschender Intransparenz. 

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Was kann man unter dem Begriff Holokratie verstehen? 

Die Holokratie ist ein Organisationsmodell für Unternehmen, in welchem Hierarchien weitestgehend ausgehebelt und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma in den Entscheidungsprozess integriert werden. 

In einem holokratischen Unternehmen organisieren sich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in sogenannten Kreisen. In diesen nehmen sie verschiedene Rollen ein. Zuständigkeiten und Verantwortungen einer jeden Person innerhalb der Kreise werden vorab klar definiert. Alle Kreise sind selbst wieder in übergeordneten Kreisen organisiert. So verteilen sich Macht und Last nicht auf wenigen Schultern, sondern auf allen. Dieses System ermöglicht Unternehmen, schneller und flexibler in der digitalen Arbeitswelt auf Veränderungen zu reagieren. Das New-Leadership-Konzept bringt viele Vorteile mit sich – aber auch den einen oder anderen Nachteil.

Vorteile einer Holokratie in Unternehmen 

Weiß man bei traditionellen Führungskonzepten, welche Vor- und Nachteile sie haben und wie sie sich über einen längeren Zeitraum bewähren, hält die Holokratie sicher noch die eine oder andere Überraschung parat. Da sich das neue Organisationskonzept erst bewähren muss, schrecken viele Unternehmen vor einer Umstellung zurück. Die klassische Unternehmenshierarchie ist in vielen Unternehmen und Bereichen einfach viel zu fest verwurzelt. Als Führungskraft das Zepter aus der Hand zu geben und die Last auf alle Köpfe zu verteilen, zahlt sich jedoch oft aus. Denn die Holokratie bringt folgende Vorteile mit sich:

  • den Abbau starrer Strukturen
  • eine höhere Agilität für sich verändernde Märkte
  • eine schnellere Entscheidungsfindung
  • transparentere unternehmensinterne Prozesse
  • dynamischere Arbeitsprozesse
  • eine höhere Innovationskraft
  • eine verbesserte Kommunikation im Unternehmen
  • eine höhere Arbeitseffizienz bei klarer Rollenverteilung
  • eine Gleichberechtigung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • eine höhere Selbstbestimmung 
  • motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Potenzielle Nachteile einer Holokratie in Unternehmen 

Wie du siehst, kann die Holokratie in deinem Unternehmen viel Positives bewirken. Bevor du das Organisationskonzept jedoch einführst, gibt es noch einige Dinge zu beachten:

  • Eine Einführung braucht Zeit: Das neue Modell muss von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter verstanden und verinnerlicht werden. Plane also ausreichend Zeit ein, damit alle Teammitglieder mit dem neuen Konzept vertraut gemacht werden können und sie die Veränderung auch wirklich leben.
  • Die Einarbeitungszeit verlängert sich: Wenn neue Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus klassisch strukturierten Unternehmen kommen, benötigen sie eine längere Einarbeitungszeit als das vielleicht zuvor der Fall war.
  • Der Wille muss da sein: Nicht jede und jeder wird von dem neuen Führungsmodell sofort begeistert sein und der eine oder die andere sich eventuell davor sträuben, mehr Verantwortung zu übernehmen. Es braucht deshalb mehr Zeit und Anleitung, um sich in der neuen Rolle und mit den neuen Gegebenheiten wohlzufühlen. 
  • Konflikte werden sichtbarer: Durch die Holokratie werden die bereits zuvor existierenden zwischenmenschlichen Konflikte sichtbar. Das liegt daran, dass es autonomen Teams eher schwerfällt, Konflikte unter sich anzusprechen und diese zu lösen. So können sich negative Gefühle aufstauen. Es liegt daher an allen, Probleme rechtzeitig anzusprechen.
  • Die Führung muss abgegeben werden: Nicht nur für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das holokratische System ein neues Konzept, das erlernt werden will, sondern auch für die Führungskräfte. Haben diese zuvor vieles allein entschieden, so heißt es jetzt, das Ruder aus der Hand zu geben. 

Der Weg von der klassischen Hierarchie zur Holokratie 

Wie macht man nun aus einem klassisch geführten Unternehmen ein holokratisches? Indem man sich einem größeren Umstrukturierungsprozess stellt als es sogar bei anderen Managementmodellen der Fall ist. Wie lange dieser Prozess exakt dauert, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Was bei allen jedoch gleich ist: Es muss besonders behutsam vorgegangen werden.

Was muss man beachten? 

Wird die Holokratie in einem klassisch geführten Unternehmen eingeführt, heißt es, folgende Punkte zu beachten:

  1. Nicht alles auf einmal:

Die Holokratie ist für jedes Unternehmen ein großer Eingriff in das Mindset der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch eine enorme Veränderung der bisherigen Unternehmenskultur. Keine Arbeitnehmerin und kein Arbeitnehmer kann sich von heute auf morgen auf einen derart großen Eingriff in die Arbeitsorganisation einstellen – das dauert. Bis die holokratischen Aspekte und Werte komplett in die Organisation eingebunden sind, können 3 bis 5 Jahre vergehen.

  1. Biete Anreize:

Die Holokratie löst in einem Unternehmen genau das auf, worauf viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jahrelang hinarbeiten: traditionellerweise gut bezahlte und mit Prestige behaftete Managerposten und Führungspositionen. Das verunsichert viele und kann dann, wenn die Umstrukturierung falsch angegangen wird, zu einer Abwanderung wertvoller Teammitglieder führen. Das Unternehmen tut daher gut daran, neue Anreize für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schaffen. Wie diese aussehen, kann von Organisation zu Organisation unterschiedlich aussehen.

  1. Setze auf intensive Governance Meetings:

Diese werden vor allem in der Anfangsphase benötigt. Warum? Weil darin das Fundament für die spätere Struktur aus Rollen und Arbeitskreisen gelegt wird. Diese Meetings sollten deshalb lieber einmal öfter als zu selten abgehalten werden.

  1. Hole externe Facilitators mit ins Boot:

Vor allem in Sachen Struktur und Governance spielen die Facilitators eine wesentliche Rolle. Es ist daher ratsam, erfahrene und unternehmensexterne Personen zu suchen, die dabei helfen, die ganze Unternehmung auf einem stabilen Grundgerüst aufzubauen. Facilitators sind aber nicht nur in der Anfangsphase, sondern auch zu einem späteren Zeitpunkt wichtig. Auch dann, wenn sich die Grundkonditionen der Holokratie in der Organisation bereits etabliert haben. Sie achten schließlich darauf, dass diese eingehalten werden. Zu diesem Zeitpunkt können die Facilitators jedoch unternehmensintern besetzt werden.

Zu welchen Unternehmen passt die Holokratie? 

Die Holokratie ist dann am einfachsten einzuführen, wenn sich das Unternehmen erst in der Gründung befindet. Hier kann dann auf ein aufwändiges Change-Management verzichtet werden, da sich verkrustete Strukturen und eingefahrene Abläufe noch nicht entwickelt haben. Es ist jedoch sehr selten, dass die Holokratie bereits in der Gründungsphase bedacht wird. Häufiger wird sie erst dann eingeführt, wenn der althergebrachte Führungsstil in einem klassischen Unternehmen an seine Grenzen stößt. 

Wie erkennt man, ob die Holokratie zum Unternehmen passt?

  1. Wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür bereit sind: Sie sind der Schlüssel zum Erfolg, denn die Holokratie kann nur dann funktionieren, wenn sie bereit sind, sich in das ungewohnte Organisationsmodell einzubringen. Sind sie nicht willens, die Regeln zu verinnerlichen und Neues auszuprobieren, dann ist die Holokratie nicht der richtige Führungsansatz.
  2. Wenn die Räumlichkeiten so flexibel sind wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Eine flexible Organisationsstruktur braucht flexible Räume, die sich jederzeit an die wechselnden Arbeitsstrukturen anpassen. Ohne Coworking-Spaces und andere variable Räume geht es nicht.

Fazit: Ist die Holokratie etwas für dich und dein Unternehmen?

Der holokratische Ansatz passt nicht zu jedem Unternehmen. Dennoch hat er sich weltweit bereits in einigen Organisationen profiliert. Das basisdemokratische und von klassischen Hierarchien befreite Managementmodell kann daher auch in deinem Unternehmen funktionieren. Aber nur dann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, offen sind und du als Führungsperson bereit bist, deine Verantwortung an andere abzugeben. Ist das alles gegeben, verhilft der neue Ansatz im besten Fall zu weniger Machtspielchen, geförderter Flexibilität und mehr Innovationskraft.

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