Was sind Stresssymptome? 

Stress lass nach! Das denken sich viele, und zwar nicht nur im Beruf, sondern immer öfter auch im privaten Bereich. Doch Stress gehört zum Leben einfach dazu, denn eigentlich ist es gar nichts Schlechtes. In der modernen Welt mit ihrer ständigen Erreichbarkeit entwickelt sich Stress jedoch immer mehr von einer kurzen Reaktion auf eine Bedrohung zu einem Dauerbegleiter, der früher oder später krank macht. Für viele Menschen ist es daher allerhöchste Zeit, etwas gegen den Dauerstress in ihrem Leben zu unternehmen.

Was ist Stress? 

Jeder kennt ihn, ganz gleich, ob im Alltag oder im Beruf. So gibt es wohl kaum einen Menschen, der noch nie Stress hatte. Aber was ist Stress genau? Es ist eine physiologische und psychologische Reaktion auf wahrgenommene Bedrohungen oder Herausforderungen, die die individuellen Bewältigungsfähigkeiten übersteigen. Er geht mit hormonellen und neurologischen Reaktionen einher, verursacht körperliche sowie geistige Belastungen und kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken, wenn er nicht wirksam bewältigt wird.

Stress – eine Definition 

Den einen und immer gleichen Stress gibt es aber nicht. Vielmehr kennt die Wissenschaft zwei verschiedene Varianten von Stress, die sich unterschiedlich auf den Körper und die Psyche auswirken können:

  1. Positiver Stress: Positiven Stress, der auch Eustress genannt wird, empfindet der Mensch dann, wenn er große Freude oder Aufregung verspürt. Die Erwartung positiver Ereignisse beflügelt ihn, treibt ihn an und verleiht ihm einen elektrisierenden Schub an Energie. Diese Art von Stress nimmt der Mensch als positiv wahr.
  2. Negativer Stress: Negativen Stress, der auch Distress genannt wird, empfindet der Mensch aufgrund von Sorgen, Nöten und Ängsten. So sorgen auch die Dauererreichbarkeit und eine zu hohe Belastung im beruflichen wie auch privaten Bereich für Distress. Diese Form von Stress kann den Menschen auf Dauer krank machen.

Die Unterscheidung zwischen positivem und negativem Stress ist allerdings nicht immer ganz so einfach. Warum? Weil sich Eustress nach einiger Zeit auch in Distress umwandeln kann. Ob etwas Stress auslöst oder nicht, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So spielen die individuelle Wahrnehmung, Haltungen und Einstellungen sowie die Fähigkeit eines Menschen, mit Stress umzugehen, eine zentrale Rolle. 

Was passiert bei Stress im Körper? 

Seit Beginn der Menschheit ist Stress ein wichtiges Instrument, um bei Gefahren den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen und so das Überleben zu sichern. Erweiterte Pupillen, angespannte Muskeln, Herzrasen und eine beschleunigte Atmung – der Körper tut alles, um seine Funktionen darauf zu optimieren, rasch zu fliehen oder bestmöglich in einen Überlebenskampf zu starten. Was früher bei einer Konfrontation mit einem Säbelzahntiger wichtig war, kann heute krank machen. Denn Konflikte, Leistungsdruck und Reizüberflutung sind nichts, vor dem man davonlaufen und sich verstecken kann. So wird der Körper mit einer Vielzahl von Nervenbotenstoffen wie Adrenalin, Noradrenalin oder Kortisol überflutet, während man am Schreibtisch sitzt. Der Körper wird energiegeladen und das Gehirn sowie Muskeln werden mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig wird die Aktivität der Geschlechts- und Verdauungsorgane heruntergefahren, da diese im Überlebenskampf nicht benötigt werden. Kein Wunder also, dass Stress auf den Magen schlägt und viele Menschen an einem Reizdarmsyndrom leiden. Um gesund zu bleiben, ist es daher wichtig, die psychischen und physischen Stresssymptome ernst zu nehmen und Stress entgegenzuwirken.

Der Parasympathikus – das Nervensystem der Ruhe

Das vegetative Nervensystem unterteilt sich in drei Bereiche:

  • 1. das enterische Nervensystem
  • 2. das sympathische Nervensystem
  • 3. das parasympathische Nervensystem

Beim enterischen Nervensystem handelt es sich um das eigene Nervensystem des Darmes, das selbstständig die Bewegung des Verdauungstraktes reguliert.
Das sympathische und parasympathische Nervensystem hingegen können aktiv beeinflusst werden und wirken im Körper meist konträr. So bereitet der Sympathikus den Organismus auf körperliche und geistige Leistungen vor. Er sorgt also dafür, dass bei Stress das Herz kräftiger und schneller schlägt, sich die Atemwege weiten und die Darmtätigkeit gehemmt wird. Der Parasympathikus sorgt im Gegensatz dazu für innere Ruhe. Er ist dafür verantwortlich, dass die Verdauung funktioniert, verschiedene Stoffwechselvorgänge angekurbelt werden und im Körper ein Zustand der Entspannung eintritt. Das parasympathische Nervensystem zu stärken, ist daher wichtig. Das kann man beispielsweise durch folgende Übungen tun:

Die häufigsten Stressauslöser 

Es gibt viele verschiedene Stressauslöser, die akute und chronische Stresssituationen hervorrufen und die körperliche und psychische Gesundheit negativ beeinflussen. So sorgen Konflikte und Überforderung im Beruf- sowie im Privatleben, anhaltender Zeit- und Leistungsdruck sowie eine fehlende Work-Life-Balance zu Stress im Körper. Auch schwere Schicksalsschläge wie Verlust, Tod, Trennung oder eine schwere Erkrankung belasten ihn. Darüber hinaus schwächen äußere Stressoren wie Lärm, Kälte, Wärme, Stau, Wartezeiten, Angst, Ärger, Sorgen und Schmerzen den Parasympathikus. Und auch innere Stressoren wie die eigenen zu hohen Ansprüche und Erwartungen, Perfektionismus, fehlende Resilienz sowie die Verdrängung der eigenen Bedürfnisse fördern das parasympathische Nervensystem nicht. Zudem belasten psychische Stressoren wie Überforderung sowie Unterforderung und soziale Stressoren wie Mobbing, Einsamkeit und ein negatives Arbeitsklima Körper und Psyche.

Die häufigsten Stresssymptome

Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf akuten und chronischen Stress. Die häufigsten körperlichen und psychischen Stresssymptome, unter denen man in stressigen Situationen zu leiden hat, sind:

 

  1. Körperliche Stresssymptome

Verschiedene Bereiche des Körpers sind betroffen, wenn der Stress überhand nimmt. So führt chronischer Stress zu einer permanenten Anspannung der Muskulatur, besonders im Nacken- und Schulterbereich. Auch die Körperhaltung verändert sich, denn man nimmt unbewusst eine verkrampfte Haltung ein. Des Weiteren schlägt durch Stress das Herz schneller und kräftiger. Die Blutgefäße weiten sich, der Puls wird schneller und der Blutdruck steigt. Negativer Stress gilt daher als einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kurzatmigkeit, eine schnelle, flache Atmung und auch Atemnot sind außerdem eine weitere negative Auswirkung von Stress auf den Körper. Durch akuten Stress zeigen die Abwehrzellen unseres körpereigenen Abwehrsystems eine erhöhte Aktivität, um Krankheitserreger abzuwehren. Das ist prinzipiell positiv, jedoch beeinträchtigt Dauerstress die Immunabwehr negativ. So kann es zu einer höheren Krankheitsanfälligkeit mit wiederkehrenden Infekten kommen. 

Aber nicht nur an häufigen Infekten haben gestresste Menschen zu leiden, sondern auch an Einschlaf- und Durchschlafproblemen sowie einer gestörten Magen-Darm-Tätigkeit: 

  • Sodbrennen,
  • Übelkeit,
  • ein flaues Gefühl im Bauch, 
  • Appetitlosigkeit, 
  • Heißhungerattacken, 
  • Völlegefühl, 
  • Magenschmerzen, 
  • Blähungen, 
  • Durchfall oder Verstopfung sind häufige Symptome gestresster Menschen. 

Es spricht daher vieles dafür, dem Stress im eigenen Leben den Kampf anzusagen.

  1. Psychische Stresssymptome

Nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche leidet unter anhaltendem Stress. So führt die Daueralarmbereitschaft des Körpers auch zu psychischen Erkrankungen wie 

  • Depressionen, 
  • Angststörungen, 
  • Essstörungen mit Übergewicht oder Untergewicht, 
  • Burnout, 
  • innere Unruhe und Nervosität sowie Reizbarkeit. 

Zudem erhöht sich durch anhaltenden Stress die Wahrscheinlichkeit, an einer Alkohol-, Nikotin- oder Drogenabhängigkeit zu erkranken.

Auswirkungen und Folgen von Stress 

Stress führt im Körper dazu, dass Stresshormone wie Kortisol ausgeschüttet werden. Diese wirken sich auf Dauer negativ auf die Schilddrüse, das Immunsystem, das Verdauungssystem, das Herz-Kreislauf-System, die Haltung sowie die Geschlechtsorgane aus. Das Level an Stresshormonen im Blut sollte deshalb so gering wie möglich gehalten werden. Und das nicht nur, weil Dauerstress schädlich für Körper und Psyche ist, sondern auch, weil bereits kurzfristige psychische Belastungen wie Anspannung, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten und Energieverlust sich zu langfristigen und schwerwiegenden psychischen Beschwerden entwickeln können. So leiden dauergestresste Menschen häufig an Hilflosigkeit, Erschöpfung, Depressionen, Schlafstörungen, Ängsten, sexuellen Funktionsstörungen und psychosomatischen Erkrankungen. Was also tun?

Was hilft gegen Stress? 

Du siehst, Stress sollte man ernst nehmen, denn auf Dauer führt es zu körperlichen wie auch psychischen Erkrankungen. Was also tun, wenn der Stress im Job und Privatleben einfach nicht abnimmt? Dir eine professionelle Unterstützung suchen und dich in Strategien zur Stressbewältigung üben. Folgende Ansätze können dir dabei helfen, deine innere Ruhe wiederherzustellen und deine Work-Life-Balance wieder in Einklang zu bringen:

  • Entspannungsmethoden wie autogenes Training, die progressive Muskelentspannung, Yoga oder Meditation lernen
  • An einem Achtsamkeitstraining teilnehmen und Achtsamkeitspraktiken wie MBSR praktizieren 
  • Sport und Bewegung in den Alltag integrieren
  • Auf regelmäßige und bewusste Pausen setzen
  • Digital Detox einführen
  • Eine gesunde, ausgewogene Ernährung genießen
  • Die eigenen Ansprüche und Ziele überdenken
  • Stressoren erkennen und die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen

15 weitere Tipps zur effizienten Stressbewältigung findest du hier.

Stressprävention mit dem Mindlead Institut 

Den negativen Auswirkungen von Stress kann man entgegenwirken, indem man auf Mindfulness setzt. Der Ansatz der Achtsamkeit führt dazu, dass man aus der stressigen Situation heraustritt und diese von einer achtsamen Warte aus neu betrachtet. Achtsamkeitsansätze wie MBSR sind dabei eine wissenschaftlich anerkannte und hoch wirksame Methode, um Stress abzubauen. Wie aber mehr Achtsamkeit in den Alltag bringen? Wir vom Mindlead Institut (ehemaliges Mindful Leadership Institut) können dich dabei unterstützen. Zum Beispiel im Achtsamkeitsseminar ‚Resilienz im Alltag stärken‘. Dort lernst du, flexibler auf schwierige Situationen zu reagieren, herausfordernde Situationen zu reflektieren und so besser mit Stress umgehen zu können. Im Mindlead Institut kannst du dich auch zur Beraterin bzw. zum Berater für Mindfulness in Organisationen oder zur Trainerin bzw. zum Trainer für Mindfulness in Organisationen ausbilden zu lassen, um dann anderen Menschen auf ihrem Weg zu weniger Stress im Leben zu helfen.

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