Prof. Otto Scharmer, MIT & Vortragender am Mindlead Institut

Foto: Johannes Narbeshuber (Trigon/Lehrtrainer MLI), Dr. Eva-Maria Kampel (Trigon/Lehrtrainerin MLI), Prof. Otto Scharmer (MIT), Friedl Sobota (MLI)

Otto Scharmer ist nicht nur Dozent am MIT, dem weltweit renommierten Massachusetts Institute of Technology, sondern auch Gasttrainer am Mindlead Institut (ehemaliges Mindful Leadership Institut).

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Wer ist Otto Scharmer?

Prof. Dr. Claus Otto Scharmer ist Dozent und Mitbegründer des Leadership Lab am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, besser bekannt als MIT. Neben seiner Tätigkeit am Leadership Lab ist Otto Scharmer Gastprofessor an der School of Economics in Helsinki und einer der Mitbegründer des Global Institute for Responsible Leadership. Im Rahmen der Society for Organisational Learning berät Scharmer multinationale Unternehmen in Europa, Asien und den USA sowie Institutionen wie die Weltbank und zahlreiche UN-Organisationen. Des weiteren unterstützt er Regierungen in Europa, Afrika und Asien sowie globale Nichtregierungsorganisationen wie den WWF und Oxfam mit seinem Wissen.

Werdegang von Otto Scharmer

Claus Otto Scharmer wurde 1961 in Deutschland geboren und lebt heute in den USA. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften im Fachbereich Ökonomie und Management an der Universität von Witten. 2015 gründete er das MITx u.Lab, einen sogenannten Massive Open Online Course, an dem mehr als 140.000 Nutzerinnen und Nutzer aus über 185 Länder teilnehmen. Scharmer arbeitet als Senior Lecturer an der MIT Sloan School of Management, hat das Presencing Institute mitbegründet leitet das MIT IDEAS-Programm für sektorübergreifende Innovation. Darüber hinaus ist Otto Scharmer Mitglied des UN Learning Advisory Council for the 2030 Agenda, des World Future Council und der High-Level 21st Century Transformational Economics Commission des Club of Rome.

Otto Scharmers Verdienst ist es, dass er das Konzept des Presencing, des Lernens aus der sich abzeichnenden Zukunft, in der Wissenschaft eingeführt hat. Seine Führungs- und Innovationsprogramme wurden bereits mehrfach international ausgezeichnet. Unter anderem mit dem:

  • Jamieson Prize for Teaching Excellence des MIT
  • Leonardo Corporate Learning Award
  • Elevating Humanity Award des Organizational Development Network

Welche Projekte und Veröffentlichungen gibt es von Otto Scharmer?

Otto Scharmer hat im Zuge seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zahlreiche Bücher und Artikel veröffentlicht. Darunter unter anderem:

  1. Von der Zukunft her führen: Von der Egosystem- zur Ökosystem-Wirtschaft (2014)
  2. Presencing: Illuminating the Blind Spot of Leadership (Forthcoming)
  3. Universität im 21. Jahrhundert – Zur Interdependenz von Begriff und Organisation der Wissenschaft (2000)
  4. Reflexive Modernisierung des Kapitalismus als Revolution von innen. Auf der Suche nach Infrastrukturen einer lernenden Gesellschaft (1996)
  5. Ästhetik als Kategorie strategischer Führung (1991)

Neben seinen Veröffentlichungen hat Otto Scharmer viele Projekte ins Leben gerufen. Unter anderem:

1. Die u.school of Transformation
Die u.school for Transformation ist ein Projekt, das darauf abzielt, den Zugang zu den Methoden und Werkzeugen für Transformation vollständig zu demokratisieren. Das Projekt widmet sich primär daher folgenden Fragen:

  • Wie können wir angesichts des sich beschleunigenden sozialen und ökologischen Zusammenbruchs unsere kollektiven Fähigkeiten zur Transformation aufbauen?
  • Wie können wir unsere überholten wirtschaftlichen und sozialen Institutionen von einem Ego- zu einem Ökosystem-Bewusstsein umgestalten?

Die u.school ist auch der Prototyp für eine neue Art von Universität des 21. Jahrhunderts. Sie ist eine Schule ohne Grenzen, die Wissenschaft, Kunst, Technik und die Evolution des Bewusstseins mit der Transformation der Gesellschaft und des Selbst verbindet.

2. Das Projekt Vereinte Nationen: Systemtransformation in der Aktionsdekade
Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) hat Otto Scharmer die Dialoge zur Systemtransformation im Aktionsjahrzehnt (2020-2021) mitveranstaltet.

3. Die Action-Learning-Interventionen
2021 hat Otto Scharmer zwei Action-Learning-Interventionen durchgeführt. Am ersten, dem sogenannten Action Learning Lab, nahmen mehr als 400 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus einem halben Dutzend UN-Organisationen teil. Im Zuge des Labs begeben sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine virtuelle viermonatige Lernreise zur Transformation von Maßnahmen. Das zweite Projekt, das sogenannte SDG Leadership Labs, half den Länderteams der Vereinten Nationen (UNCTs) dabei, die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in ihren jeweiligen Ländern zu beschleunigen. Die SDG Leadership Labs werden derzeit in 14 Ländern abgehalten.

4. Das MITx u.lab: Führen aus der entstehenden Zukunft heraus
Dieser sehr erfahrungsorientierte Kurs basiert auf der von Otto Scharmer entwickelten Theorie U (siehe unten). Im Zuge des Labs stellt er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Variable des Bewusstseins in Bezug auf Management und den Wandel sozialer Systeme vor.

5. Das Projekt IDEAS: Innovative Dynamic Education and Action for Sustainability
IDEAS ist ein ein Jahr langes, praxisorientiertes MIT Executive Education-Programm, das Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei unterstützt, die Herausforderungen in ihren Ländern effektiver zu bewältigen. Zu diesem Zweck werden Führungskräfte aus verschiedenen Sektoren dazu angehalten, sich gemeinsam den komplexen Herausforderungen eines Landes in den Bereichen Bildung, Umweltschutz, Wirtschaft und Soziales zu stellen – und zwar indem sie gemeinsam einen tiefgreifenden Lernprozess durchlaufen.

Was besagt die Theorie U von Otto Scharmer?

Wenn die Herausforderungen, denen man gegenübersteht, sehr komplex sind, braucht es eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der eigenen Quelle des Handelns, um diesen gewachsen zu sein. Laut Otto Scharmer gilt es diesen „blinden Fleck des Lernens und der Führung“ zu überwinden, denn der Erfolg einer Intervention ist von der inneren Verfassung der Handelnden abhängig. „In dem Ausmaß, in dem es uns gelingt, unsere innere Aufmerksamkeitsstruktur und ihre Quelle zu sehen, können wir das äußere System verändern“, weiß Scharmer. Diese Quelle hat Otto Scharmer aufgespürt und einen Ansatz entwickelt, der dabei hilft, persönliche und Organisations-Potenziale freizulegen, um aus der Zukunft heraus das Gegenwärtige bewältigen zu können. Dieser Ansatz ist eine durchgängige Theorie, die für Führung wie auch Personal- und Organisationsentwicklung großen Nutzen bringt. Otto Scharmer nennt sie die Theorie U.

Folgende 7 Prozessschritte müssen laut Scharmer bei einem erfolgreichen U-Prozess durchlaufen werden:

  1. Downloading: Standardprozesse und Routinen? Dominieren das Handeln.
  2. Seeing: Hier beginnt man nun sachliche Differenzen wahrzunehmen, denn man geht von der gemeinsamen Intentionsbildung in das erste Feld des Co-Sencing über.
  3. Sencing: Durch das Öffnen des Fühlens nimmt man das eigene System mit anderen Augen wahr.
  4. Presencing: Hier geht man der Quelle des eigenen Handelns auf den Grund.
  5. Cristalizing: In diesem Schritt geht man vom Presencing zum Performing über.
  6. Prototyping: Hier wird ausprobiert und Neues entwickelt.
  7. Performing: Die neuen, ausprobierten Ideen werden nun in die Tat umgesetzt.

Otto Scharmer zur Zukunftsfähigkeit in der Unternehmensführung

Otto Scharmer vertritt das Konzept des sogenannten Presencing – auf Deutsch: Vergegenwärtigung. Dieser Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern ‚Presence‘ und ‚Sensing‘ zusammen und bezieht sich auf die Fähigkeit, das höchste Zukunftspotenzial spüren und mit der Gegenwart verbinden zu können; und zwar nicht nur als Individuum, sondern auch als Gruppe. Der Ansatz des Spürens von Zukunftspotentialen ist vor allem für Menschen in hohen Führungspositionen sehr interessant. Denn da Märkte früher statischer waren, als sie es heute sind, konnte man damals die Zukunft durch die Analyse der Vergangenheit planen. Man konnte sich analog weiterentwickeln und verlässliche Prognosen erstellen. Das funktioniert in der heutigen Welt mit ihren vielen neuen Technologien nicht mehr.

Der Ansatz des Presencing wird daher von vielen als der neue Weg zur Gestaltung von Veränderungsprozessen in unserer modernen, digitalen und schnelllebigen Welt angesehen. Eine Vielzahl an Expertinnen und Experten sowie Führungskräfte aus allen Bereichen internationaler Unternehmen setzen bereits auf Scharmers Presencing und helfen ihm so dabei, eine völlig neue, integrale Entwicklung in allen gesellschaftlichen Bereichen voranzutreiben. Im Zentrum von Otto Scharmers Konzept steht der Gedanke, dass die Herangehensweise davon abhängt, wie sich eine Situation entwickelt. Der Ausgang einer Situation ist laut Scharmer somit von der eigenen Aufmerksamkeit und Achtsamkeit abhängig. Führungskräfte sollen sich nicht auf das Was und Wie konzentrieren, sondern vielmehr auf das Woher – denn die Frage nach dem Woher gibt Auskunft über die innere Haltung, den inneren Ort oder die innere Quelle, von der aus wir agieren.

Mit seinem Ansatz hilft Otto Scharmer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern weltweit beim Erkennen und Umsetzen von zukünftigen Möglichkeiten. Zudem unterstützt Presencing diese dabei, erfolgreich mit neuen Herausforderungen umgehen zu können. Wer gelernt hat, sich auf das Woher zu konzentrieren, hat gelernt Potenziale und Zukunftschancen zu erkennen und diese im Hinblick auf aktuelle Aufgaben zu erschließen.

Otto Scharmer als Gasttrainer am Mindlead Institut

Das Mindlead Institut mit Standorten in Wien, Salzburg, Hamburg, Berlin, Stuttgart oder Zürich bietet eine Vielzahl von unterschiedlichen Kursen zum Thema Mindfulness an – darunter auch der Lehrgang zur zertifizierten Beraterin bzw. zum zertifizierten Berater für Mindfulness in Organisationen. Im Zuge dieses Lehrgangs wird dir neben grundlegenden achtsamkeitsbasierten Konzepten und Techniken, wie dem Soft Shoe Shuffle, der Debatte und dem achtsamen Streiten auch Otto Scharmers Theorie U nähergebracht. Dieser Kurs, der aktuell in Salzburg stattfindet, richtet sich an Berater und an Führungskräfte, die Achtsamkeit nutzen wollen, um Sinnorientierung, Tiefgang und Innovationskraft in Entwicklungsprozessen mit Teams und Organisationen zu gewinnen.

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