Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

Der Job kann bei der Entstehung psychischer Probleme eine große Rolle spielen, und tut dies immer häufiger auch. Depressionen, Angststörungen oder ein Burn-out sind möglicherweise die Folge einer Arbeitsumgebung, die für Körper und Geist belastend ist. Als Führungsperson ist man wesentlich dafür verantwortlich, auf die psychische Gesundheit seines Teams zu achten. Sie ist schließlich nicht nur für die oder den Einzelnen wichtig, sondern auch für das Unternehmen und die Gesellschaft.

Was versteht man unter mentaler Gesundheit?

Laut Weltgesundheitsorganisation ist die psychische Gesundheit ein Zustand des Wohlbefindens, in welchem ein Mensch alle seine Fähigkeiten ausschöpfen, die Belastungen des Alltags bewältigen sowie produktiv arbeiten und einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft leisten kann. Die mentale Gesundheit jeder Person ist daher eine wichtige Grundlage von Humankapital, das es nicht zu vergeuden gilt. Gedeihen, sich um sich selbst kümmern und Teil einer Gemeinschaft sein – das kann eben nur der, der bei guter psychischer Gesundheit ist. Aufgabe der Gesellschaft ist es laut WHO also, nicht nur die mentale Gesundheit eines Individuums, sondern aller Menschen zu schützen und zu fördern. 

Gründe für psychische Belastung in der Arbeitswelt 

Die moderne Arbeitswelt wird eine immer hektischer. Ständig trudeln E-Mails ins Postfach, ein Meeting jagt das andere und jeder Deadline folgt die nächste. Diesen Druck kann man aushalten – jedoch nicht über längere Zeit. Irgendwann wird er zu groß, der Schlaf leidet, die Ausgeglichenheit geht verloren und die psychische Verfassung verschlechtert sich. Natürlich spielen zahlreiche Faktoren eine wichtige Rolle, wenn es um die mentale Gesundheit geht, der Job ist dabei jedoch ein wesentlicher. So geht auch die Forschung basierend auf aktuelle Studien davon aus, dass die moderne Arbeitswelt in vielen Fällen die Entstehung psychischer Belastungen und Erkrankungen begünstigt. Sie zählte die AOK 2021 durchschnittlich sechs Arbeitsunfähigkeitsfälle je 1.000 Mitglieder aufgrund einer Burn-out-Diagnose. 2005 war das nur eine. Damit hat sich die Diagnosehäufigkeit eines Burn-Outs im letzten Jahrzehnt drastisch erhöht.

Der Job kann die psychische Gesundheit aber auch verbessern. Wie? Indem der Arbeitsplatz gut gestaltet ist, die Führungsperson mit Achtsamkeit führt und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an oberster Stelle steht. 

Neueste wissenschaftliche Studien haben folgende Faktoren erkannt, die einen wesentlichen Einfluss auf die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz haben:

  • der Handlungsspieleraum
  • die Arbeitszeiten
  • die Arbeitsintensität
  • die Gestaltung des Arbeitsplatzes
  • das Gemeinschaftsgefühl und das Teamgefüge
  • das Betriebsklima 
  • die Unternehmens- und Teamführung
  • die Arbeitsplatzsicherheit
  • die Work-Life-Balance
  • die Emotionsarbeit

Alle hier aufgezählten Faktoren können einen positiven oder eben negativen Effekt auf die mentale Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben. Als achtsame Führungskraft ist es daher wichtig, all diese Parameter zu berücksichtigen, um einen Arbeitsplatz zu schaffen, an dem die mentale Verfassung des Menschen genauso wichtig ist wie dessen Leistung.

Auswirkungen von mentalen Gesundheitsproblemen auf die Arbeit 

Stress, Hektik und die dauernde Erreichbarkeit belasten auf Dauer die Psyche. Und diese Belastung macht sich bemerkbar. Folgende Symptome sind nur ein kurzer Auszug all jener, unter denen ein Mensch leiden kann:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Schlafprobleme
  • Appetitlosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Innere Unruhe
  • Angst

Die mentale Gesundheit wirkt sich so auch direkt auf die Krankenstandstage im Unternehmen aus. 17,5% aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland entfallen auf die psychische Verfassung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Tendenz steigend. Das ist mit hohen Krankengeldkosten verbunden, die die Unternehmen in den ersten 6 Wochen selbst übernehmen müssen. So sind laut Arbeiterkammer die Kosten, die in Österreich durch Krankenstände aufgrund arbeitsbedingter psychischer Belastungen anfallen, gesamtwirtschaftlich mit rund 3,3 Milliarden Euro jährlich zu beziffern. 2019 war zudem die Zahl der psychisch erkrankten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für fast die Hälfte aller vorzeitigen Verrentungen in der Bundesrepublik verantwortlich. 

Mental Health am Arbeitsplatz fördern 

Die mentale Gesundheit jedes einzelnen Teammitgliedes zu fördern, sollte oberstes Ziel einer jeden Führungskraft sein. Denn das hat viele Vorteile.

Die Vorteile mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz 

Auf die mentale Gesundheit zu achten, ist die Aufgabe vieler Beteiligter – unter anderem der Führungskräfte. Sie sind die Schlüsselfiguren, die den Arbeitsplatz für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem gesunden machen können. So kann eine Führungskraft verhindern, dass ein Teammitglied an einem Burn-out, einer Zwangsstörung, einer Abhängigkeit, einer somatoformen Störung oder einer psychosomatischen Krankheit erkrankt. Diese sind nicht nur für die oder den Betroffenen und das Umfeld belastend, sondern wirken sich auch nachweislich auf die Produktivität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus.

Maßnahmen zur Prävention mentaler Erkrankungen

Die mentale Gesundheit jeder Person muss am Arbeitsplatz geschützt werden – das ist gesetzlich verankert. Zum Beispiel im deutschen Arbeitsschutzgesetz von 1996. Dieses definiert einen ganzheitlichen Gesundheitsbegriff, der Körper und Psyche umfasst und besagt, dass „die Arbeit so zu gestalten ist, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird“. So ist auch die psychische Belastung jeder Arbeitnehmerin und jedes Arbeitnehmers im Rahmen einer gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Diese ist das zentrale Instrument für Präventionsmaßnahmen im Arbeitsschutz. Zudem muss der Arbeitgeber Maßnahmen zum Schutz der psychischen und körperlichen Gesundheit einleiten und umsetzen.

Als Führungskraft hast du einige Schlüssel in der Hand, mit denen du die mentale Gesundheit deines Teams verbesserst. So sind folgende Maßnahmen sehr hilfreich: 

  • Handlungs- und Entscheidungsspielräume kreieren
  • dem Team eine gute Work-Life-Balance ermöglichen
  • ein wertschätzendes und achtsames Miteinander pflegen
  • das Arbeitspensum angemessen und realistisch gestalten
  • Konflikte offen ansprechen und lösen
  • auf die Arbeitsplatzsicherheit achten
  • Weiterbildungen ermöglichen

Aber nicht nur der Arbeitgeber kann etwas für die mentale Gesundheit im Unternehmen tun, sondern auch jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter selbst. So kann man…

Wege finden, um mit Stress besser umzugehen.

… Probleme frühzeitig ansprechen und den Dialog suchen.

… sich auch im beruflichen Alltag Räume zur mentalen Entspannung schaffen.

… in der Freizeit mit einem MBSR-Achtsamkeitstraining Ruhe und Bewegung in den Alltag bringen.

die eigenen Gedanken beobachten, um aus einem ungesunden Kreislauf auszubrechen.

… den Arbeitsplatz wechseln, wenn sich die ungesunde Arbeitssituation nicht bessert.

Zudem haben wir hier 7 Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, die eigene Mental Health zu stärken und so resilienter zu werden. 

Das Mindlead Institut

Als Führungskraft bist du eine Schlüsselfigur, wenn es darum geht, ein gesundes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Das Mindlead Institut (ehemaliges Mindful Leadership Institut) mit Standorten in Österreich, Deutschland und der Schweiz bietet dir eine Vielzahl an Seminaren und Workshops, die dir dabei helfen, diese Aufgabe gut zu meistern. International anerkannte Expertinnen und Experten geben dir Werkzeuge an die Hand, mit denen du deine eigene Resilienz steigerst und diese auch im Team förderst.

Welche Seminare, Kurse und Workshops wir, an welchem unserer Standorte anbieten, erfährst du hier:

Zu den Standorten

 


 

Quellen:

  • World Health Organization, https://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/404853/MNH_FactSheet_DE.pdf
  • Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, https://www.gesundheit.gv.at/leben/lebenswelt/beruf/psychische-belastung/gesundheit.html
  • Statista GmbH, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/239872/umfrage/arbeitsunfaehigkeitsfaelle-aufgrund-von-burn-out-erkrankungen/
  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG) , https://gesund.bund.de/psychische-gesundheit-am-arbeitsplatz
  • Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien als Büro der Bundesarbeitskammer, https://www.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/arbeitundsoziales/arbeitundgesundheit/Psychische_Belastungen_am_Arbeitsplatz.html
  • Nils Haack, https://arbschg.net/paragraph-4

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